für Schüler und Eltern

Für SchülerInnen und Eltern: So meistert ihr die Nachprüfung

Das Sprachenlernen, wie wir es aus der Schule und aus Büchern kennen, ist langweilig und veraltet. Da wir leider keinen unmittelbaren Einfluss auf das Schulsystem haben, können wir SchülerInnen nur helfen, indem wir sie (bzw. sie sich selbst) gezielt auf den Unterricht vorbereiten.

Eines der größten Defizite des Unterrichts ist die geringe Zeit, die zur Verfügung steht. Mehrfache Wiederholungen, die für nachhaltiges Lernen unabdingbar sind,  sind in 40-50 Minuten (Unterrichtsstunde) kaum möglich. Genauso ist für das passive Lernen, das den Lernprozess positiv unterstützt und das Ergebnis (etwa durch eine verbesserte Aussprache) beeinflusst, keine Zeit. Jedoch lassen sich einfache und zeitsparende Übungen in den Alltag integrieren, um das Beste aus dem Sprachunterricht herauszuholen. Liebe SchülerInnen, hier geben wir euch konkrete und sofort umsetzbare Lerntipps. Dafür benötigst du nur zwei Übungen: De-Kodieren und Hintergrund-Hören.


Übung: Das De-Kodieren

Das De-Kodieren beschreibt das Entschlüsseln der Fremdsprache. Wie funktioniert die Sprache? Dazu nimmst du einen selbst ausgewählten Text (oder Text aus dem Unterrichtsbuch) zur Hand und übersetzt ihn selbstständig. Lasse zwischen jeder Textzeile eine Leerzeile frei, um dort die De-Kodierung einzufügen. Dabei ist es sehr wichtig, dass du Wort-für-Wort übersetzt anstatt sinngemäß. Damit lernst du ganze Sätze, nicht nur isolierte Wörter. Eine De-Kodierung folgt der Struktur der Ausgangssprache. Dadurch ergibt sich eine Übersetzung, die in der Muttersprache grammatikalisch unkorrekt ist, jedoch den Blick auf die “Hintergründe” der Fremdsprache richtet. Mehr zum De-Kodieren erfährst du hier: De-Kodieren nach der Birkenbihl-Methode.

Hier ein Beispiel einer De-Kodierung:


Übung: Das Hintergrund-Hören

Wenn man einen Text, den man schon kennt und versteht, immer wieder anhört, legt das Gehirn die benötigten Nervenbahnen an, damit man den Text danach selbst perfekt sprechen kann. Dabei müssen Sie nicht mal aktiv zuhören, sondern lassen das Audio einfach endlos, im Hintergrund, laufen. Das Unterbewusstsein arbeitet für uns – es verarbeitet das bereits Gelernte. Dabei geht es nicht wie bei herkömmlichen Methoden darum, sich angestrengt zu konzentrieren, sondern gerade ein entspannter Zustand in angenehmer Atmosphäre verspricht beim passiv Hören den größten Erfolg. Sie spielen einfach die Übungen (die Sie auch für das Aktiv Hören nutzen) im Hintergrund leise ab. Stellen Sie die Lautstärke sehr leise, sodass sie den Text gerade noch hören, aber nicht mehr gut verstehen können. Wir nennen das Passiv Hören auch Hintergrundhören.


 Nachholbedarf? So holst du auf

  1. Gehe 3 oder 4 Lektionen zurück und übersetze die Wörter der vergangenen Lektionen Wort für Wort. So holst du den Lernstoff rasch auf. Bereits 10 Minuten täglich unterstützen enorm!
  2. Sobald die in der Schule abgehandelten Lektionen aufgeholt wurden, ist es ratsam, ein bis zwei Lektionen im Voraus zu „entdecken“, indem Texte de-kodiert werden (mithilfe der Wortliste, die es zu jedem Unterrichtsbuch gibt sowie Online-Wörterbüchern). Mit dieser Vorbereitung bist du für den Unterricht gewappnet und hast mehr Spaß am Unterricht. Der Unterricht wird somit zur Übung – um Aussprache zu trainieren, Grammatik (die Du in der Schule brauchst) wirklich zu verstehen und benennen zu können – und macht Spaß und bringt Motivation zum Weitermachen und -lernen.

So meisterst du die Nachprüfung

  1. Verschaffe dir einen Überblick über den zu lernenden Stoff. Kopiere/scanne dafür die Texte der Lektionen oder tippe/schreibe sie auf ein großes Blatt Papier (am besten DIN A3).
  2. Plane nun täglich Zeit zum Üben ein. Je nachdem, wie viel Stoff du nachlernen musst, kann das eine 10-Minuten-Einheit oder mehrere sein. Wenn du 8 Wochen lange täglich 10 Minuten mit unserer Methode lernst, summieren sich die gelernten Wörter in dieser Zeit auf etwa 250. In der Regel reicht das für eine Nachprüfung locker aus! In einer 10-Minuten-Einheit schaffst du etwa 2 bis 3 Sätze zu de-kodieren. Mit 10 Minuten am Tag kommst du also sehr weit – und das mit so wenig Aufwand! Empfehlenswert ist mindestens noch eine 10-Minuten-Einheit am Tag zum Wiederholen. So behältst du das Gelernte besser im Gedächtnis. Wie wäre es mit einer 10-Minuten-Einheit nach dem Frühstück und einer vor dem zu Bett gehen?
  3. Suche dir einen „Partner in Crime“, einen Freund/Mitschüler, der im selben Dilemma steckt und Nachholbedarf hat. Macht euch Lern-Treffen aus, vergleicht eure De-Kodierungen oder übersetzt gemeinsam. So macht das Lernen noch mehr Spaß!
  4. De-Kodiere täglich mindestens 2-3 Sätze aus dem Fremdsprachenbuch. Nutze auch die Karaoke-Übung – höre dabei eine kurze Passage des Textes in Dauerschleife an und lies deine Übersetzungen mit. Zusätzlich solltest du unbedingt Hintergrund-Hören. Dafür musst du keine zusätzliche Zeit einplanen, denn es geht ganz unbemerkt nebenbei.
  5. Teste dich selbst, indem du die Texte ein zweites oder drittes Mal de-kodierst. Wie viel hast du seit dem letzten Mal gelernt? Eine weitere Möglichkeit der Selbstüberprüfung ist die Rück-De-Kodierung. Decke dazu die obere Zeile der De-Kodierung (also die Fremdsprache deiner Texte) ab und lies die Wort-für-Wort-Übersetzung. Kannst du den Text in die Fremdsprache zurückübersetzen?
  6. Umgib dich mit der Fremdsprache auch anderwärtig: Höre Musik in der Sprache, übersetze Songtexte, sieh dir Videos in der Fremdsprache an, hör fremdsprachiges Radio etc. Je mehr du die Fremdsprache hört, desto leichter fällt die das Eintauchen. Dadurch verbessert sich deine Aussprache – fast wie während eines Auslandsaufenthalts.

Content Managerin und Bloggerin Katharina Rucker beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.rucker-marketing.at

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