für Beruf und Ausbildung für Reisen und Kultur für Schüler und Eltern für Trainer/Lehrer Produktempfehlung Sonstige

Vera F. Birkenbihl – Das Lebenswerk einer Pionierin

Ein Leben für gehirn-gerechtes Arbeiten, Lehren und Lernen

1946 – 2011

Vera F. Birkenbihl war ein außergewöhnlicher Mensch, der die Lehr- und Lernwelt der letzten vierzig Jahre entscheidend geprägt hat. Sie gilt als populärste Management-Trainerin Deutschlands, als einzige bekannte Frau unter den MotivationstrainerInnen und PionierInnen gehirn-gerechter Denk- und Lerntechniken. In Deutschland kennt man ihren Namen. Vielen ist sie oder ihre Techniken im Laufe des Studiums oder eines Trainings vorgestellt worden. Denn sie hatte zu jedem Thema etwas zu sagen.

Ihre Ansichten polarisieren bis heute. Ihre Arbeit wird von vielen geliebt, aber auch von einigen angegriffen – vor allem von jenen, die sie nur vom Hörensagen kennen. Davon kann abgeleitet werden, dass selbst nach 40 Jahren die gehirn-gerechte Arbeitsweise noch immer aus dem pädagogischen Alltag verdrängt wird.

Birkenbihl ist bahnbrechend, bis heute

Vera F. Birkenbihl hat Generationen von TrainerInnen und Lernenden wertvolle Impulse gegeben. Sie ist eine Legende. Noch heute, Jahre nach ihrem frühen Tod, begeistert sie die Massen. Wer Birkenbihls Vorträge kennt, weiß über ihre Begeisterung, Komplexes in einfachen Bildern und Zeichnungen abzubilden. Das förderte ihr eigene Kreativität und die des Publikums. Millionen neuer Views auf Youtube, Facebook und Co zeigen deutlich, dass ihre individuelle, authentische Art und ihre Ansichten noch lange begeistern werden.

Sie prägte den Begriff „gehirn-gerecht“

Das normale Vorgehen an den meisten Institutionen des (angeblichen) Lernens ist oft sehr stark GEGEN die Arbeitsweise des Gehirns gerichtet und kann deshalb nicht funktionieren“, so Vera F. Birkenbihl.

Deshalb griff sie 1969 (noch in den USA) den Begriff „brain-friendly“ auf, der damals in aller Munde war, und übersetzte diesen später in Deutschland in „gehirn-gerecht“ (mit Bindestrich, das war ihr sehr wichtig). Lernkonzepte wurden ab den 90ern unter dem Überbegriff „gehirn-gerecht“ vermarktet. Brain-Friendly.de trägt im Interesse Birkenbihls ihr Wissen weiter.

Durch gehirn-gerechte Methoden werden wir intelligenter. Hat eine Person Probleme bei etwas, z.B. mit dem Sprachenlernen, liegt es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit an der Methode und nicht am fehlenden Talent.“ Vera F. Birkenbihl

Die Birkenbihl-Methode

Größte Bekanntheit erlangte Vera F. Birkenbihl durch ihre Methode des Sprachenlernens, die Birkenbihl-Methode. Das Fundament der Methode besteht aus einer Wort-für-Wort-Übersetzung (De-kodierung genannt). Dadurch lernen Sie die Bedeutung von einzelnen Wörtern sowie deren Verwendung in ganzen Sätzen. Und das Ganze ohne Vokabeln zu pauken – ganz intuitiv und gehirn-gerecht.

Zur De-Kodierung sagte Birkenbihl:

Ich habe erst Jahre nach meiner Entwicklung des De-kodierens gelernt, dass es ähnliche Versuche in der Vergangenheit bereits gegeben hat. Allerdings ging es den Entwicklern ähnlich wie mir: Das Dekodieren wird von Leuten kaputtgeredet, die es nie ernsthaft versucht haben, weil sie behaupten, die Übersetzung müsse eine gute sein.

Zum Thema „Warum keine Grammatik“ sagte sie:

„Sie können ja in 3 Monaten zur Erklärung zurückkehren und sie lesen, wenn Sie neugierig sind. Dann wird Ihnen zumindest alles schnell einleuchten. Also: Wenn schon Grammatik, dann HINTERHER!“

Warum Grammatikregeln nicht von Beginn an gelernt werden sollten und Details zum De-Kodieren finden Sie im neuen Magazin „Besser Sprachenlernen mit MOVIES©“:

Kreativitätstechniken: ABC-Liste, KaWa, KaGa…

Analograffiti nannte Birkenbihl das „Denken mit einem Stift in der Hand.“ Es stammt vom griechischen Wort „grafein“ (dt. ritzen). Nach Birkenbihl gibt es drei Varianten von Analograffiti: ABC-Listen, KaWas (Wortassoziationen) und KaGas (Grafik Assoziationen). Sie können in allen Bereichen des Lebens als Denk- und Kreativitätswerkzeug eingesetzt werden.

Um eine ABC-Liste zu erstellen, listen Sie das Alphabet vertikal auf. Nun lesen Sie das Alphabet rauf und runter. Beginnen Sie, innerhalb von 2 Minuten alles aufzuschreiben, was Ihnen in den Sinn kommt. Arbeiten Sie sich dabei nicht von oben nach unten, sondern schweifen Sie über das Alphabet und schreiben Sie dort eine Assoziation dazu, wo Ihnen etwas einfällt. „Leer und mehr sind erlaubt“. Die ABC-Technik öffnet Ihre Gedanken, verbindet die linke mit der rechten Gehirnhälfte und dadurch denken Sie anders: kreativer. Anstatt die gesamte ABC-Liste zu verwenden, können Sie auch ausschließlich die Buchstaben eines Wortes nutzen. Diese Kreativtechniken nannte Birkenbihl „KaWa“ (Kreativ Analoge Wort Assoziation) oder „KaGa“ (Grafik Assoziation).

Emil Brunner produzierte gemeinsam mit Vera F. Birkenbihl das Kreativseminar, schon bald  als Online-Seminar bzw. Video erhältlich!

Vera F. Birkenbihls Laufbahn

Schon mit jungen 13 Jahren erkannte Vera F. Birkenbihl, dass sie in der Schule nicht lernen konnte, zuhause aber schon:

„Mein Schulversagen führte dazu, dass ich die Schule nach der 10. Klasse (damals „5. Klasse“ auf dem Gymnasium) verlassen musste und mich mit Jobs durchschlug, während ich einen Weg suchte, doch weiterzumachen.“

Sie floh aus ihrem Elternhaus in die USA (weil man dort mit einer speziellen Prüfung auch ohne Abi studieren konnte), arbeitete als Klofrau und war Asperger-Autistin. Nach ihrer Rückkehr aus den USA, Anfang der 70er Jahre, war sie als freie Trainerin und Autorin tätig. Gerade ihr unkonventioneller Weg, ihre einzigartige Arbeitsweise und ihr Durst nach Andersartigem verhalfen ihr zu Erfolg. Bis zum Jahr 2000 verkaufte sie zwei Millionen Bücher. Über eine halbe Million Menschen besuchten ihre Seminare, in denen sie Techniken des gehirn-gerechten Lernens und Lehrens lehrte, analytische und kreative Denktools vorstellte und über Persönlichkeitsentwicklung, gehirnspezifische Geschlechterunterschiede und Zukunftstauglichkeit referierte. Sie trainierte außerdem Top-Manager und andere Trainer und schrieb regelmäßig für Sachmedien wie den Harvard Business Manager oder Gehirn&Geist.

Eigenheiten und Wiedererkennungswert

Vera F. Birkenbihl hat sich weder äußerlich noch innerlich an gesellschaftliche Normen angepasst und sich damit ein Alleinstellungsmerkmal im Kreise der TrainerInnen geschaffen, welches bis heute hält.

Birkenbihl Zeichnungen
Unsere Gehirne funktionieren in manchen Bereichen sehr ähnlich. Dazu zählt die vernetzte Informationsverarbeitung oder dass wir unter Stress schlechter lernen. Doch in vielen Bereichen arbeiten Gehirne auch völlig individuell. So unterscheidet sich zum Beispiel, welche Sinne wir beim Lernen präferiert ansprechen – manche tun sich beim Sehen am leichtesten, andere beim Hören, andere wollen selbst ausprobieren. Nachdem der Großteil der Menschen den visuellen Sinn als primären Zugang vorzieht, hat Vera F. Birkenbihl in ihren Seminaren sehr viel gezeichnet. Ihre Kreativtechniken, wie die ABC-Liste, KaWa’s und KaGa’s, spiegeln ihre Zeichen-Passion wieder.

Vera F. Birkenbihl ganz persönlich

Emil Brunner hat Vera F. Birkenbihl regelmäßig persönlich erleben dürfen. Diese einmalige Gelegenheit gewährte sie nicht vielen Personen. Nur eine Hand voll Menschen durften ihr und ihrer Arbeit so nahe kommen und sie auch privat treffen. Diese Treffen waren im Übrigen immer einmalig und werden für immer in Erinnerung bleiben.

Mit sehr intensiver Stimme, laut und prägnant, begrüßte Sie mich (Emil Brunner) mit:„Sie haben in Ihrer Fax-Anfrage das F. weggelassen! [F. steht für Fitzgerald und sie war offensichtlich sehr stolz darauf] Das ist ein Zeichen von mangelndem Respekt. In Amerika, ich war ja 7 Jahre dort, ist dies normal. Aber hierzulande wird es einfach ignoriert, dabei habe ich zwei Vornamen! Respektieren Sie das bitte für alle künftigen Aktivitäten, die uns beide betreffen! Und noch etwas sage ich Ihnen gleich im Vorhinein: Ich habe einen leichten Asperger, bitte sehen Sie mir nach, wenn ich aus diesem Grunde schnell mal laut werde oder mit Ihnen heftig interagiere! Ja und deshalb sag ich Ihnen auch gleich: sparen Sie sich das ganze ‚Höflichkeits-Geplänkel’, damit kann ich nicht umgehen. Das will ich auch nicht!”. Und schon fixierten wir einen Termin für das erste Interview.

„Ha, ha, ha!”, ein sehr lautes, fast aufdringliches Lachen, war ihre zweite Begrüßung, diesmal persönlich vor Ort. Wir bauten die Kameras auf, eine direkt vor dem überfüllten Schreibtisch, die zweite über ihrem Zeichenblock.  “So hat das noch keiner gemacht, aber das ist gut, Sie haben offensichtlich schon bemerkt, dass ich gerne zeichne und das mit der Kamera so schräg über mir, das find ich gut.” Das Eis war gebrochen. Sie streckte mir die Hand entgegen und sagte: “Wir haben uns ja noch gar nicht richtig begrüßt! Läuft das Ding schon?” “Nein”, sagte ich, “ich wollte…” (abgewürgt) “schalten Sie es ein, wer weiß, was Sie davon später alles gebrauchen können! Mich stört das nicht. Ich sage Ihnen genau, wann ich es nicht will, dass eine Kamera läuft!” Dann wieder ein “Ha, ha, ha!” das ich später als ihr Markenzeichen betrachtete, “Sie können damit ja nix anfangen! Nicht nur, weil Sie ein Mann sind, sondern auch, weil ich eine NICHT-ANWEISUNG verwendet habe! Merken Sie es sich: niemand kann eine NICHT-Anweisung verarbeiten! Ein Beispiel: Denken Sie nicht an eine saure Zitrone! Was schmecken Sie gerade? Unser Gehirn kann das nicht!“

„Birkenbihl-Produkte“ von heute

In der Zeit, in der Emil Brunner mit Vera F. Birkenbihl zusammenarbeiten durfte, lernte er viele Birkenbihl-Fans kennen. Jedoch blieben sie nie lange. Nur eine Hand voll Anhänger verbrachten wirklich viel Zeit mit ihr und erhielten ihren „Segen“, ihre Arbeit zu unterstützen und weiterzutragen. Sie können am Beispiel des Wortes „gehirn-gerecht” erkennen, ob es sich beim Autor bzw. der Autorin wirklich um jemanden handelt, der mit Birkenbihl eng zusammengearbeitet hat. Denn sie verwendete eine Art „Geheimzeichen“, das sie nur ihrem engsten Umfeld anvertraute: Die Schreibweise bestimmter Ausdrücke, wie „gehirn-gerecht”. Sie legte großen Wert darauf, dass ihre persönliche Schreibweise verwendet wird, auch wenn diese oft gegen die allgemeinen Rechtschreibregeln gingen. Im Falle von „gehirn-gerecht“ ist es klar zu erkennen: Ein Bindestrich ist das einzige, was die beiden Wörter verbindet.

Emil Brunner hat gemeinsam mit Vera F. Birkenbihl regelmäßig Live-Seminare aufgenommen. Diese aufwändig produzierten Seminare wurden bisher ausschließlich TrainerInnen und Führungskräften angeboten. In wenigen Tagen sind Birkenbihl-Seminare als preiswerte “Subscription” für alle Interessierten erhältlich. Möchten Sie erinnert werden, sobald diese verfügbar sind? Dann melden Sie sich hier zur Email-Erinnerung an:

Erinnerung erhalten

Auch haben sie gemeinsam an der Digitalisierung der Birkenbihl-Methode gearbeitet. Heute bietet brain-friendly MOVIE© Sprachkurse an – eine TV-Comedy-Serie inklusive De-Kodierzeile als Untertitel, die eigens zum Fremdsprachenlernen produziert wurde.

Content Managerin und Bloggerin Katharina Rucker beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.rucker-marketing.at

Haben Sie Erfahrungen, die Sie teilen möchten?