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Welche Sprache sollte ich lernen?

Welche Sprachen soll ich nach Englisch lernen? In den Schulen wird oft eine Auswahl an Fremdsprachenunterricht angeboten – hier hat man die Qual der Wahl. Doch auch Erwachsene möchten im Laufe ihres Lebens oft weitere Sprachen lernen, ob als Urlaubsvorbereitung, als Karriere-Push, zum Zeitvertreib oder als aktives Gehirn-Training.

Bei rund 7.000 verschiedenen Sprachen, die auf der Welt gesprochen werden, kann die Auswahl schon mal ein Weilchen dauern. (Dabei sind Dialekte noch gar nicht miteinberechnet!) Wer von sich behaupten kann, 7 Sprachen zu sprechen, wird von den meisten bewundert. Bedenkt man, dass das allerdings „nur“ 0,1 Prozent der sprachlichen Vielfalt ausmacht, hört sich das sehr wenig an.

Zurück zur Frage: Welche Sprache sollte ich als nächstes lernen? Um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, stellen wir Ihnen heute die sinnvollsten und leichtesten Sprachen vor. Außerdem können Sie mit einem Test herausfinden, welche Sprache zu Ihnen am besten passt.


Welche Sprache ist sinnvoll zu lernen?

Diese Frage ist nur eingeschränkt pauschal zu beantworten. Denn was für mich sinnvoll ist, muss nicht auch für Sie sinnvoll sein. Stellen Sie sich einige weitere Fragen:

  • Welche Sprache benötige ich in meinem beruflichen Alltag?
  • Welche Fremdsprachenkenntnisse könnten meine Karriere unterstützen?
  • Welche Sprache kann ich im Urlaub öfter gebrauchen?
  • In welchen Ländern halte ich mich privat und beruflich oft auf?
  • Wieso möchte ich eine Fremdsprache erlernen?

Als Entscheidungshilfe könnten auch Statistiken helfen. Wussten Sie zum Beispiel, dass die meistgesprochene Sprache der Welt gar nicht Englisch ist, sondern Chinesisch?

1,2 Milliarden Menschen haben Chinesisch als Muttersprache, gefolgt von 400 Millionen Spanischsprechenden, 330 Millionen Englischsprechenden und 260 Millionen Hindi-Sprechenden.

Doch wie sieht es mit Sprachkenntnissen allgemein aus? Also wie viele Menschen haben welche Sprachen als Mutter- oder Zweitsprache? Weltweit haben etwa eine halbe Milliarde Menschen Englisch als Zweitsprache. Deutsch kommt im internationalen Top-10-Ranking nicht vor, denn vor einigen Jahren wurde Deutsch von Panjabi/Lahnda verdrängt (wird in weiten Teilen Indiens und Pakistans gesprochen). In Europa kommen Sie mit Englisch auch super durch – 38 Prozent der Europäer sprechen Englisch. Mit 12 Prozent ist Französisch die zweitbeliebteste Sprache. Deutsch landet mit 11 Prozent auf dem dritten Platz, gefolgt von Spanisch mit 7 Prozent.

In Zeiten des Internets macht es durchaus auch Sinn, darauf zu achten, welche Sprache im Word-Wide-Web benutzt wird. Auch hier steht Englisch hoch im Kurs. 54 Prozent aller Webseiten werden auf Englisch geführt. Auf dem zweiten und dritten Platz, weit abgelegen, liegen Russisch und Deutsch mit jeweils knappen 6 Prozent.

Wenn Sie für Ihren Beruf beziehungsweise für Ihre Aufstiegschancen oder einen Jobwechsel eine neue Sprache lernen möchten, ist auch diese Statistik von Indeed/respondi aus dem Jahr 2018 für Sie interessant: Rund 98 Prozent der befragten deutschen Berufstätigen, die Fremdsprachen in Ihrem Job benötigen, kommen mit Englisch sehr gut durch. Als zweitwichtigste Fremdsprache gaben sie Französisch an (etwa 20 Prozent nutzen Französisch). Auch Russisch (12,5 Prozent), Spanisch (11,5 Prozent) und Türkisch (8,5 Prozent) sind im Berufsleben gefragte Fremdsprachen.


Welche Sprache ist leicht zu lernen?

Wie „leicht“ einem das Erlernen einer Fremdsprache fällt, hängt auch davon ab, welche Sprachen man bis dato beherrscht. Wer beispielsweise Englisch beherrscht, ist schon halb in alle romanischen Sprachen eingetaucht und könnte die verwandten Sprachen Italienisch, Spanisch oder Französisch relativ leicht erlernen. Warum? Weil alle romanischen Sprachen auf der lateinischen Sprache aufbauen. Die romanischen Sprachen weisen zahllose gemeinsame Züge auf. Sie stimmen in ihren grammatikalischen Merkmalen auffallend überein und gebrauchen die gleichen, nur verhältnismäßig wenig voneinander abweichenden Wörter, für die alltäglichen Dinge und Tätigkeiten. Wer verwandte Sprachen gelernt hat, wird es nicht schwer finden, eine in der anderen Sprache geschriebene Zeitung zu lesen. Dies gilt jedoch nicht für ein Gespräch, da die lautlichen Unterschiede etwa zwischen Spanisch und Portugiesisch beträchtlich sind.

Auch andere Sprachgruppen, wie skandinavische Sprachen, haben viele Gemeinsamkeiten und lassen sich gut miteinander vergleichen. Schwedisch ist die „leichteste“ skandinavische Sprache. Möchte man auch Norwegisch oder Dänisch lernen, tut man sich also um einiges leichter, wenn man vorher Schwedisch beherrscht. Abgesehen davon wird Schwedisch in allen skandinavischen Ländern verstanden.

Lerntipp: Vergleichen verschiedener Sprachen

Verschiedene Sprachen miteinander zu vergleichen kann sehr spannend sein. Es zeigt Verwandtschaften auf und macht uns so klar, dass es gar nicht so kompliziert wäre, mehrere Sprachen aus derselben Sprachgruppe zu erlernen. Das menschliche Gehirn ist darauf ausgelegt, Regelhaftigkeiten automatisch zu erkennen. Auch nutzt unser Gehirn gerne den Vergleich – so verbindet es vorhandenes Wissen mit neuen Informationen und erweitert so das Wissensnetzwerk. Wir lernen.

Diesen Automatismus nutzt die Birkenbihl-Methode zum Sprachenlernen optimal. Der Kern der Lerntechnik besteht nämlich aus einer Wort-für-Wort-Übersetzung eines fremdsprachigen Textes in die Muttersprache. So kann das Gehirn sehr deutlich die beiden Sprachen miteinander vergleichen, Wortbedeutungen intuitiv lernen und Regeln (Grammatik) automatisch aufnehmen, ohne zu pauken. Mehr zur Methode erfahren Sie hier:

Ist Chinesisch wirklich die schwierigste Sprache der Welt?

Chinesisch (Mandarin) ist gar nicht so schwer zu erlernen, wie man anfangs glaubt. Natürlich ist das Schriftsystem gewöhnungsbedürftig und das Schreiben- und Lesenlernen der Schriftzeichen zeitaufwändig, jedoch bleibt im Chinesischen nichts dem Zufall überlassen. Vielmehr hat alles einen gut durchdachten Hintergrund. Und genau das macht die Sprache so leicht zu lernen. Die gesprochene Sprache ist einfach, die Grammatik ist – vor allem im Vergleich zu romanischen Sprachen – kinderleicht und auch die Schriftzeichen sind nachvollziehbar. Beim Chinesischlernen ist es also wichtig, die Hintergründe zu verstehen, anstatt auswendig zu lernen. Wie schwierig es ist, eine Sprache zu lernen, hängt eben oft von der Lernmethode ab.

Mehr dazu erfahren Sie in unserem Blogbeitrag: Chinesisch lernen: Die einfachste Sprache der Welt?

Übrigens: Gebildete Chinesen beherrschen etwa 20.000 Schriftzeichen. 1.000 davon bilden den Grundwortschatz. Wer 200 Zeichen kennt, kann bereits 40 Prozent der Alltagssprache verstehen und damit sinnerfassend Zeitungen und Webseiten lesen!


Welche Sprache passt zu mir?

Italienische Wortmelodie oder sympathisches Niederländisch – jede Sprache hat ihren ganz eigenen Reiz. Doch welche Sprache passt zu Ihrer Persönlichkeit?

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Spanisch oder Französisch?

In Schulen hat man oft die Wahl zwischen Französisch oder Spanisch. Helfen Ihnen diese Tatsachen beim Entscheiden?

Spanisch ist wahrscheinlich etwas „leichter“

Französisch hat sich am weitesten vom Latein entfernt. Was Französisch hauptsächlich von Italienisch und Spanisch unterscheidet, ist der weitgehende Zerfall der Flexionen in der gesprochenen Sprache. Dies macht es oft unmöglich, ein französisches Wort als ein lateinisches zu erkennen, ohne dass man seine Geschichte kennt.

Französisch für den Beruf – Spanisch für den Urlaub

Weltweit gesehen wird man Spanisch wahrscheinlich eher anwenden können, da mehr Menschen Spanisch sprechen als Französisch. Andererseits ist Französisch (nach Englisch) eine gefragte Sprache in der deutschen Arbeitswelt. Was ist Ihnen persönlich wichtiger?

Die Attraktivität der Sprachen – Französisch auf Platz ein

Eine Umfrage von Statista aus dem Jahr 2015 zeigte übrigens, wie sexy Deutsche verschiedene Fremdsprachen finden. Bei den Ergebnissen lag Französisch als meistgenannte Sprache auf Platz 1 (25 Prozent). Italienisch belegte mit 21 Prozent Platz 2, gefolgt von Englisch (15 Prozent) und Spanisch (14 Prozent).

Für welche Sprache auch immer Sie sich entscheiden: Viel Spaß!

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Content Managerin und Bloggerin Katharina Rucker beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.rucker-marketing.at

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