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Lass uns spielen! Mit Spaß lernen Sie besser

Für Kinder gilt es noch mehr als für Erwachsene: Lernen muss Spaß machen. Werden Erlebnisse mit positiven Erinnerungen verbunden, prägen sie sich uns leichter ein. Sehen wir hingegen keinen Sinn in einer Sache, protestiert unser Gehirn.

Je nachdem, ob wir das Lernen als Freude oder Qual empfinden, lernen wir leichter oder schwerer. Doch es geht noch weiter: Das Gelernte wird außerdem an unterschiedlichen Stellen im Gehirn gespeichert. Bei positiver Grundstimmung landet die Information im Hippocampus – optimal für komplexes, kreatives und nachhaltiges Lernen.


Die Intelligenz des Spielens

Eigentlich spielen kleine Kinder den ganzen Tag. Sie erforschen und probieren aus, erleben und entdecken. Dadurch vermehren sie beständig ihren Grips. Ihnen ist nicht mal bewusst, dass sie in diesen Momenten lernen. Sehen auch Sie das Spiel als Teil eines normalen Alltags und des Lernprozesses. Denn echtes Lernen geht gar nicht ohne spielen. Erst im Spiel kommt es zu einem nachhaltigen Lernprozess.

Unser Gehirn ist „erfahrungsabhängig“: Wachstum und Entwicklung der individuellen Gehirnzellen sowie deren Verknüpfungen und Erweiterungen zu Wissensstrukturen sind abhängig von entsprechenden Interaktionen mit der Umwelt. Je ausgedehnter und reichhaltiger die neuronale Struktur (die Verschaltungen im Gehirn), desto ausgeprägter und vielfältiger wird auch das Spiel und die Intelligenz. Beides bedingt sich gegenseitig.

Mit Spaß ist das Lernen geprägt von Neugierde und Staunen und einem Gefühl im Fluss – im Flow – zu sein und völlig versunken im Hier und Jetzt. Wir verlieren das Zeitgefühl und gehen darin auf. Wenn jedoch eine wie auch immer geartete Angst ins Spiel kommt, gerät die Entwicklung ins Stocken.


Angst hindert den Lernprozess

Beim Lernen mit negativen Gefühlen – wie unter Stress, Zwang, bei Frust, Angst oder Wut – leitet das Gehirn die Informationen mit hoher Wahrscheinlichkeit an den Mandelkern. Dieser gilt jedoch als Panikzentrum des Gehirns und steuert unsere Kampf- und Fluchtreaktionen. Auf alles Gelernte, was dort abgespeichert ist, können wir zwar schnell, aber nur recht eindimensional zugreifen. Wenn es hingegen um kreative und durchdachte Ansätze oder um komplexes Wissen mit Herstellen von Querverbindungen und Vergleichen geht, ist der Mandelkern ein ungeeigneter Ort.


Zurück zum Wichtigen: Spaß

Vielen Erwachsenen fällt es schwer, die Wichtigkeit, die dem Spielen zukommt, zu würdigen. Die meisten von uns haben die Verbindung zu diesem magischen Zustand, in dem alles möglich ist, schon vor langer Zeit verloren. Die meisten unserer Erziehungsmodelle und Lehrmodelle basieren auf Konditionierung, externen Belohnungen und Bestrafungen. Mit den besten Absichten – und weil wir es seit Generationen nicht anders kennen – stülpen wir diese Konditionierungen unseren Kindern über und hindern dadurch gehirn-gerechtes Lernen.

Dabei wachsen nicht nur Kinder durch Ermutigung und Unterstützung, anstatt durch Vergleiche, Ungeduld, Forderung und negativen Einschränkungen. Ein „Nein“ ist Gift für Lernvorgänge, weil sie die Freude des Spiels unterdrücken. Die physische Reaktion darauf ist die Ausschüttung von Kortisol – einem Hemmstoff, mit dem Lernen nicht möglich ist. Lediglich eine Art von Konditionierung wie bei der Dressur von Tieren. Möchten Sie so behandelt werden?


Wenn Kinder von Kindern lernen

Kinder lernen besonders gut von älteren Kindern. Im Umgang mit den Großen wird ihnen auch das soziale Rüstzeug vermittelt. Und dies kommt beiden Seiten zugute: Ältere Kinder, die mit jüngeren spielen, bauen unbewusst „Entwicklungsbrücken“: Sie werden kreativer, gestalten simple Spiele, die sie eigentlich nicht mehr interessieren, auf einmal fantasievoller. Die Jüngeren werden von den Großen angespornt und müssen körperlich, emotional und mental oftmals über ihre bisherigen Grenzen gehen.


Hilf mir, es selbst zu tun

Kinder (und auch wir Erwachsene wenn wir Neues entdecken und lernen möchten), sollten einerseits beobachten und unsere Spiegelneuronen für uns arbeiten lassen, und andererseits selbst machen, ausprobieren und experimentieren. Wir können und wollen es alleine meistern. Schaffen wir es mal nicht, trägt auch das zum Lernprozess bei, denn aus Fehlern haben wir die Chance zu lernen. Dieser Weg kann zwar etwas länger dauern, dafür ist das Erfolgsgefühl erfüllender und das Lernen nachhaltiger.

Hirnforscher Gerald Hüther sagt zu diesem Thema in einem Interview mit „Der Standard“: „Man darf dem Kind nicht zeigen, wie man malt. Sie müssen es selbst herausfinden. Jede neue Entdeckung, jede neue Erkenntnis und jede neue Fähigkeit löst dabei im Gehirn des Kindes einen Sturm der Begeisterung aus. Diese Begeisterung über sich selbst und über all das, was es noch zu entdecken gibt, ist der wichtigste Treibstoff für die weitere Entwicklung des Gehirns. Deshalb lernt jedes Kind all das besonders gut, was Begeisterung in ihm auslöst.“

Leider verlernen wir unseren Entdeckergeist irgendwo zwischen Schule und sozialen Normen. Die gute Nachricht ist: Das menschliche Gehirn ist zeitlebens umbaufähig. Es ist also nie zu spät, sich aus diesen gebahnten Mustern zu lösen.


Sprachenlernen durch eigenes Entdecken

Was fühlen Sie, wenn Sie an Vokabellisten und Grammatikregeln denken? Freude? Oder doch Langeweile und Abneigung gegenüber den „vorgekauten“ Informationen? Auch das Sprachenlernen kann wieder Freude bereiten! Entdecken Sie die Sprache selbst und Sie werden schnell sehen: Lernen kann Spaß machen. Das Erfolgsgefühl motiviert, immer weiter zu lernen. So sollte Lernen immer aussehen, oder?

Unser konkreter Tipp:

Nutzen Sie die Lernmethode des De-Kodierens. De-Kodieren bedeutet entschlüsseln und beschreibt eine Wort-für-Wort-Übersetzung in die Muttersprache. Im Gegensatz zur allgemein bekannten sinngemäßen Übersetzungsmethode entsteht bei der De-Kodierung ein eigenartig klingender Satz. Genau das ist es jedoch, was den großen Unterschied ausmacht: Durch die Wort-für-Wort-Übersetzung eines ganzen Satzes oder Absatzes der Fremdsprache eröffnen wir unserem Gehirn die Sicht auf die Sprache und deren Struktur. Wortbedeutungen werden im Zusammenhang gelernt und die Form der Sprache (Grammatik) wird intuitiv gelernt.

Englisch: Did you get the flowers?
De-Kodierung: Tatest du bekommen die Blumen?
Sinngemäße Übersetzung: Hast du die Blumen bekommen?

Englisch: But please don’t leave me.
De-Kodierung: Aber bitte tue-nicht verlassen mich.
Sinngemäße Übersetzung: Aber bitte verlasse mich nicht.

In den Beispielen erkennt man sofort den Unterschied der Satzstellung. Im Englischen steht das Verb vor dem Hauptwort (z. B. „bekommen die Blumen“ anstatt im Deutschen „die Blumen bekommen). So können wir die Fremdsprache super mit unserer Muttersprache, die wir in und auswendig kennen, vergleichen. Wir entdecken Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Das macht das Lernen spannend.

Die Birkenbihl-Methode zum Sprachenlernen basiert auf dem De-Kodieren. Brain-Friendly bietet darauf aufbauend Online-Sprachkurse an: www.brain-friendly.de. Das Beste daran: Die Texte stammen aus einer lustigen Comedy-Serie, die extra zum Sprachenlernen produziert wurde. Die De-Kodierung wird in den Sprachkursen in die Videos eingebaut, wie eine Art Untertitel. So wird Sprachenlernen zur puren Unterhaltung. Sehen Sie selbst!

Videoausschnitt aus dem Movie Sprachkurs von Brain-Friendly

Content Managerin und Bloggerin Katharina Rucker beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.rucker-marketing.at

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