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3 Birkenbihl-Spiele für bessere Kommunikation, Kreativität und Problemlösung

Wollen Sie Ihre Kommunikationsfähigkeiten verbessern, MitarbeiterInnen kreativer machen, Persönlichkeiten entwickeln oder Probleme lösen? Birkenbihl war für ihre intelligenten Kopf-Spiele berühmt. Wir stellen Ihnen heute 3 dieser Spiele vor, mit denen Sie Ihr Ziel schneller und leichter erreichen! Probieren Sie es selbst aus – Sie werden verblüfft sein!


1. Apfelkuchen

Verwendungszweck: Verhandeln, überzeugen
Interessant für: Lehrkräfte, TrainerInnen, Beruf

„Apfelkuchen“ ist ein Frage-und Antwort-Spiel und dient dem Training von konstruktiven (zielorientierten) Fragestellungen. Ziel des Spiels ist es, einen Begriff durch strategisches Fragen so schnell wie möglich zu erraten.

Die Spielregeln: Zuerst wird eine Kategorie vorgegeben, z.B. ein Gegenstand im Raum, ein Tier, ein Beruf, eine Stadt usw. Eine Person denkt sich nun ein Wort (Hauptwort, also einen Gegenstand bzw. ein Objekt) aus der Kategorie aus. Die andere(n) Person(en) stellt/stellen Ja/Nein-Fragen, um den Gegenstand zu erraten, z.B. „Hat das Tier einen Schnabel“?

Es sind 4 Antworten möglich: 
1. Ja
2. Nein
3. Apfelkuchen: Statt „jein“. Diese Antwort gibt man in der Regel in Folge ungenauer Fragestellung, weil man eben sowohl Ja als auch Nein sagen müsste.
4. Ich weiß es nicht

Eine „Apfelkuchen“-Antwort zeigt, dass die Frage nicht deutlich genug gestellt wurde. Durch das Spiel lernen die MitspielerInnen also konkreter zu fragen und hinterfragen und trainieren zielorientierte und bewusste Kommunikation.

„Je klarer die Zielvorstellung, desto klarer der Erfolg.“
Vera F. Birkenbihl


2. Denk-Roulette

Verwendungszweck: Ideenfindung, Problemlösung
Interessant für: Manager, Teamleiter, Entscheider

Mit dieser Methode können Gruppen bessere Entscheidungen treffen und Probleme lösen. Ziel des Spiels ist es, Ideen, Assoziationen oder Feedbacks von den jeweiligen Spielpartnern zu erhalten.

Die Spielregeln: Eine Gruppe von TeilnehmerInnen wird in Paare aufgeteilt. Dann bilden die TeilnehmerInnen einen inneren und einen äußeren Kreis. Die Spieler im inneren Kreis blicken nach außen, während die Teilnehmer des äußeren Kreises nach innen blicken und somit ein Paar bilden. Die Personen im inneren Kreis denken sich ein Problem aus (frei erfunden oder ein realistisch bestehendes) und schildern dieses ihren PartnerInnen. Diese antworten spontan mit Ideen, Lösungsansätzen, Assoziationen oder einzelnen Stichworten. Nach Ablauf einer vorgegebenen Zeit ertönt ein Signal und die Personen im inneren Kreis wandern im Uhrzeigersinn weiter und wiederholen die Prozedur.

Am besten funktioniert das Denk-Roulette mit einer heterogenen Gruppe, also Personen aus unterschiedlichen Fachbereichen bzw. mit unterschiedlichen Erfarhungen und Hintergründen. Je vielfältiger die Personen und Persönlichkeiten, desto vielfältiger die Antworten.

„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Richtung wechseln kann.“
Francis Picabia


3. Einen anderen Kopf aufsetzen

Verwendungszweck: Kreativität, Selbstbewusstsein, Persönlichkeitsbildung
Interessant für: SchülerInnen, Beruf, Hobby

„Einen anderen Kopf aufsetzen“ ist ein Rollenspiel, mit dem man sich aus gewohnten Denkmustern und Handlungen löst und dabei Unbewusstes (Fähigkeiten, Wissen, Charakterzüge) zum Vorschein bringt. Das Phänomen lässt sich auf alle Bereiche anwenden, wo Kreativität gefördert oder Blockaden gelöst werden sollen.

Die Spielregeln: Nehmen Sie sich eine Aktivität vor (bekannt oder unbekannt, gewohnt oder ungewohnt), wie z.B. ein Klavierstück üben, ein Bild malen oder einen englischen Text vortragen. Nun denken Sie an eine Person, die Sie gut kennen bzw. von der Sie einiges wissen. Absolvieren Sie nun die Aktivität so, wie Sie glauben, dass jene Person denken bzw. es machen würde (z.B. Klavierspielen wie Frédéric Chopin, sprechen wie die BBC-Moderatorin Sowieso, ein Bild malen wie ein Kleinkind). Voraussetzung ist nur, dass Sie sich den Kopf eines anderen, von dem Sie etwas wissen, aufsetzen.

Die Loslösung vom gewohnten Ich ist eine gute Methode zur Umgehung von Blockierungen. Wenn Sie sich z.B. denken „Das kann ich nicht“, „Mir fällt nichts ein“ oder „“, dann versetzen Sie sich in Ihr Idol, eine berühmte Persönlichkeit, einen Weltmeister, einen Profisportler oder eher allgemein in eine gescheite Person. Wenn Sie sich in eine andere Person hineinversetzen, beginnen Sie Aspekte zu imitieren, die bereits vorhanden, aber noch nicht in Ihr Verhalten integriert worden waren. Sie nehmen die Haltung in sich auf und bald ist sie ein Teil von Ihnen; sie geht sozusagen in Fleisch und Blut über.

Tipp: Es muss kein Mensch sein! Bei vielen Aktivitäten ist es auch förderlich, sich in Gegenstände oder Tiere hineinzuversetzen – z.B. stark wie ein Bär, sehen wie ein Adler, handeln wie ein (schlauer) Fuchs. Außerdem können Sie das Rollenspiel etwas abwandeln und zum „Als-Ob“ machen: Z.B. stellen Sie sich vor, Sie lebten in den 60er-Jahren. Oder: Seien Sie, wie Sie in den 60ern waren. Das sind zwei sehr unterschiedliche Perspektiven (eine macht mich beim Gedanken alleine älter, die andere jünger) und daran sehen Sie schon die Kraft des Perspektivenwechsels.

„Man kann vieles unbewusst wissen, indem man es nur fühlt, aber nicht weiß.“
Fjodor Michailowitsch Dostojewski


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Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.rucker-marketing.at

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