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Die 2 erfolgreichsten Denkwerkzeuge von Vera F. Birkenbihl: ABC-Listen und Analograffiti

Sie ist die „Meisterin des Wissens“ und wird von vielen – zurecht – als „wandelndes Lexikon“ bezeichnet. Sie legte den Grundstein der Persönlichkeitsentwicklung im deutschsprachigen Raum. Bis 2000 verkaufte sie knapp 2 Millionen Bücher. Die Rede ist von Vera F. Birkenbihl (* 26. April 1946 in München; † 3. Dezember 2011 in Osterholz-Scharmbeck).

Mit jungen 13 Jahren bemerkte sie, dass sie zuhause gut lernen konnte, in der Schule jedoch nicht. Bereits als Jugendliche gab sie Sprachenunterricht (Deutsch als Fremdsprache). In den USA studierte Vera F. Birkenbihl Psychologie und Philosophie. 1969 begann sie zu publizieren und verbreitete das „brain-friendly“ Konzept. Das gehirn-gerechte Lernen und Trainieren gilt seither als ihr Markenzeichen. Neben Publikationen und Seminaren zum Thema Lernen und Lehren entwarf Vera F. Birkenbihl auch konkrete Modelle für bessere Kommunikation, Stressbewältigung und Persönlichkeitsentwicklung. In den 90er Jahren galt sie als bekannteste Trainerin für Führungskräfte im deutschsprachigen Raum. Ihre Managementtrainings sind bis heute legendär.

In diesem Beitrag präsentieren wir Denktools bzw. Denkwerkzeuge – von Vera F. Birkenbihl entwickelte Methoden, Techniken, Tipps und Tricks, mit denen man das Denken (inkl. Lernen/Lehren) optimieren kann.


1. Die ABC-Listen

Material: Papier und Stift oder digitale Schreibmöglichkeit
Verwendungszweck: Brainstorming-Technik
Interessant für: Führungskräfte, Beruf, Alltag

Haben Sie eine gewisse Fragestellung? Möchten Sie ein spezifisches Problem lösen? Nutzen Sie die gehirn-gerechte Brainstorming-Technik mit ABC-Listen, die Ihr inneres Archiv anzapft. Dieses Denkwerkzeug ist auf jedes Thema anwendbar.

So nutzen Sie ABC-Listen:

Erstellen Sie eine Liste mit dem Alphabet. Jetzt sehen Sie das Problem bzw. die Fragestellung vor sich und lesen das ABC. Wichtig dabei: Es gibt keine Reihenfolge. Schwenken Sie mit Ihren Augen immer wieder über die Buchstaben. Nun geschieht etwas Assoziatives: Ihnen kommen Assoziationen aus dem Unterbewusstsein in den Sinn. Schreiben Sie diese zum jeweiligen Anfangsbuchstaben. So füllen Sie die ABC-Liste nach und nach mit kreativen Assoziationen bzw. Ideen.

Nehmen wir an, Sie möchten auf der Geburtstagsparty Ihres Freundes einen Text mit Ausschnitten aus seinem Leben vorlesen und möchten nun Ideen dazu sammeln.

A Autoliebhaber                    

B Berge: Wandern, Klettern, Biken

C

D Duscht 3 Mal täglich

E Ehrgeizig

F Feriencamp am See

G Gemeinsames Kochen

H Herzlich, hilfsbereit

I Inlineskating

J

K Kühe – Besuch beim Almabtrieb

L

M

N No Limits – Jugendjahre

O

P Poltern

Q

R Rastlos, ist gerne unterwegs

S Sommerparty 2010

T Türkiser Pulli

U

V

W erzählt gerne Witze

X X-Mas/Weihnachtsurlaub in den Bergen

Y

Z Ziehharmonika

Es muss nicht zu jedem Buchstaben etwas gefunden werden. Mehrfachnennungen bei bestimmten Buchstaben sind möglich. Und auch Kreatives – z.B. fallen Assoziationen bei Buchstaben wie dem X eher schwer. Hier darf man kreativ werden und könnte beispielsweise „jedes x-beliebiges Modell“ nennen (also auch Phrasen, die gegebenenfalls nicht konkret mit diesem Buchstaben beginnen). Außerdem ist es möglich, fremdsprachige Wörter sowie Zeichnungen zu nutzen. Alles ist erlaubt.


2. Analograffiti

Material: Papier, Stifte
Verwendungszweck: Brainstorming-Technik
Interessant für: Führungskräfte, Beruf, Alltag

„Analograffiti“ steht für analoges Denken („Analog“) und bildliche Darstellung („Graffiti“). Es handelt sich dabei um ein Wortbild, um Wissen zu verknüpfen (Assoziationen zu finden) und neue Ideen zu entwickeln. Vera F. Birkenbihl verwendete vor allem zwei Varianten: KaWa und KaGa.

KaWa steht für „Kreativ Analograffiti Wort Assoziation“. Sie schreiben einen Begriff quer in die Mitte eines Blattes. Nun sollen Sie zu den Buchstaben des Begriffes Ihre Ideen und Gedanken ergänzen. Es kann dabei auch an Wörter in anderen Sprachen oder an kurze Sätze gedacht werden. Dabei soll genauso vorgegangen werden wie bei der ABC-Liste: Die Augen wandern „hin und her“ und Sie notieren dabei Assoziationen, wie sie Ihnen einfallen, statt beim ersten Buchstaben zu beginnen und der Reihe nach vorzugehen.

KaGa steht für „Kreativ Analografitti Grafisch Assoziativ“. Wie beim KaWa wird zu einem vorgegebenen (oder frei gewählten) Begriff/Thema kreativ assoziiert – diesmal jedoch in grafischer Form, also zeichnerisch.

Analograffiti können wie ABC-Listen verwendet werden: Sie dienen der Ideenfindung, Wiederholung, Nachbereitung und Strukturierung bereits gelernter Inhalte und fungieren somit als unterstützende Vorbereitung auf Tests sowie als langlebiger Wissensspeicher und für die Vorbereitung und Gestaltung von Präsentationen.

KaWa Denkwerkzeug nach Vera F. Birkenbihl am Beispiel Erfolgreich

„Verstehen oder begreifen bedeutet, dass die linke Hirnhälfte das Wort hört oder liest während die rechte im Archiv (=Gedächtnis) nachsieht, ob wir zu diesem Begriff bereits ein Bild oder eine Vorstellung besitzen.“

Vera F. Birkenbihl

Kreativität kann trainiert werden.

Fertigen Sie 14 Tage lang täglich für 5 bis 10 Minuten ABC-Listen – immer zum selben Thema. Das Unterbewusstsein wird nach und nach angezapft, die Klappe zur Kreativität immer weiter geöffnet. So werden Sie nach einigen Tagen außergewöhnliche und immer wieder neue Assoziationen und Ideen finden, an die Sie am ersten Tag noch nicht gedacht haben. Konsolidieren (zusammenfassen) Sie die Listen am Ende zu einer einzigen Liste.

Tipp: Setzen Sie eine Deadline, ein Endziel.
Das ist sowohl für die 14-Tage-Challenge („In 14 Tagen möchte ich eine Antwort haben“) als auch für das einmalige Anfertigen von ABC-Listen wichtig („90 Sekunden pro ABC-Liste“). So weiß Ihr Unterbewusstsein, dass es zu einer Lösung kommen muss, anstatt sich ewig Zeit zu lassen. Wir empfehlen Ihnen, einen Timer (Wecker) auf 90 Sekunden zu stellen und die ABC-Listen-Technik in dieser Zeit anzuwenden. Sind Sie mit dem Ergebnis noch nicht zufrieden? Dann wiederholen Sie dieselbe ABC-Liste nach einer Pause von mindestens 10 Minuten für weitere 90 Sekunden. Die Wiederholungen können beliebig oft gemacht und sowohl am selben Tag als auch über mehrere Tage verteilt werden.

ABC-Listen und Analograffiti als Tools zur Selbstüberprüfung.

Die Technik der ABC-Listen, KaGas und KaWas ist auch super zum Überprüfen von gesammeltem Wissen oder Zusammenfassen eines Themas geeignet. So können ABC-Listen, KaGas und KaWas zum Lernen und Vorbereiten auf Prüfungen verwendet werden, indem man alles zu einem Thema aufschreibt, was einem einfällt: englische Wörter zum Thema „Einkaufen gehen“, Fakten zum 2. Weltkrieg, Musikstücke aus dem 19. Jahrhundert, Flüsse in Deutschland, alles rund um die Biene …

Birkenbihl-Denkwerkzeuge für (Firmen-)Präsentationen

Außerdem eignen sich ABC-Listen, KaGas sowie KaWas hervorragend für die Vorbereitung von Präsentationen: einerseits zum Sammeln von relevantem Inhalt in der Vorbereitung und andererseits als Alternative zu herkömmlichen Präsentationskarten. Letztere empfehlen sich besonders für Präsentationen, die besonders authentisch sein sollen und Sie frei sprechen möchten. Halten Sie beispielsweise die wichtigsten Eckpunkte Ihrer Präsentation auf der ABC-Liste fest. Diese können Sie dann je nach Publikum, Zeit, Lust und Laune flexibel „abarbeiten“. Oder notieren Sie die wichtigen Aussagen zu jeder Powerpoint-Folie anhand eines KaWas, um frei zu sprechen anstatt vorgefertigte Sätze abzulesen.

Mehr zu Präsentationstechniken und Tools zur Vorbereitung erfahren Sie in einem unserer kommenden eBooks. Möchten Sie benachrichtigt werden, sobald es veröffentlicht wurde? Tragen Sie sich gerne in unseren Newsletter ein und erhalten Sie Neues direkt ins Postfach: In die Liste eintragen.

Content Managerin und Bloggerin Katharina Leitner beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.leitner-marketing.at

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