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Schnell Englisch lernen: Lerntipps, die Sie wirklich voranbringen

Wie schnell kann man Englisch lernen? Natürlich möchten Sie in möglichst kurzer Zeit sprechen können. Doch wie lange dauert es, bis Sie eine Fremdsprache wirklich beherrschen? Das bestimmt nur einer: Sie! Je öfter und intensiver Sie sich mit der Fremdsprache auseinandersetzen, desto schneller kommen Sie voran. Doch nicht jede Sprachlernmethode funktioniert gut. Bekannte Sprachlern-Apps sind leider oft nur Vokabeltrainer. Obwohl Sie mit solchen Apps in 10 Tagen eventuell bereits nach dem Weg fragen können, werden Sie höchstwahrscheinlich die Antwort nicht verstehen, geschweige denn eine Unterhaltung führen können, um lokale Tipps und Ratschläge von Einheimischen zu erfahren und zu verstehen oder neue Freundschaften zu schließen. Die gute Nachricht lautet: Es gibt sie, die bessere Methode zum Sprachenlernen. Wir zeigen sie Ihnen heute.

Schnell lernen – aber wie steht’s um die Qualität? Schüler und Schülerinnen lernen in der Schule eine Menge, doch leider können sie das angehäufte Wissen meist nicht einsetzen oder zusammenhängend wiedergeben. Das führt oft dazu, dass sie wenig Freude am Lernen empfinden und das meiste schnell wieder vergessen.

Heute wissen junge Menschen schon zwei Jahre nach dem Abitur/der Matura nur noch zehn Prozent von dem, was sie in der Schule gelernt haben

Neurobiologe und vielfacher Autor Gerald Hüther[4]

Wie Sie schnell und trotzdem nachhaltig lernen, erfahren Sie in diesem Artikel. Wenn Sie die hier vorgestellten Tipps und Prinzipien anwenden, werden Sie sich wundern, wie schnell sich Ihr Lernen verändert. Motivation und Freude am Lernen kann auch für Sie natürlicher Teil Ihres Alltags sein. Und Erfolge lassen nicht mehr lange auf sich warten.

Und…

Turbo-Boost: Die Intervall-Technik

Den Ausdruck „Intervalltechnik” kennt man aus dem Sport. Er beschreibt eine Trainingsmethodik, die durch abwechselnde Belastungs- und Erholungsphasen gekennzeichnet ist. Solche Intervalle machen auch beim Lernen Sinn. Der Psychologe und Pionier der kognitiv-psychologischen Forschung Hermann Ebbinghaus (1840-1909) bewies in einem seiner Experimente ebenfalls den sogenannten „Spacing Effect“ (wie auch viele Wissenschaftler nach ihm). Dieser besagt, dass Lernen erfolgreicher ist, wenn es über einen größeren Zeitraum verteilt wird. Das heißt, mehrmals täglich 10 Minuten lernen bringt Sie schneller voran als ein Mal täglich eine Stunde am Stück.

Teilen Sie Ihre Lernzeit also auf! Über vier Wochen hinweg pro Tag zehn Minuten zu lernen (insgesamt rund 300 Minuten) bringt deutlich mehr als an einem Tag fünf Stunden (auch rund 300 Minuten) zu büffeln.

Kennen Sie die Ausrede: „Ich kann ja nicht mehr lernen, mir nichts merken…“? Diese gilt nicht, denn sie ist schlichtweg falsch. Wenn der Mechanismus für das Lernen von neuen Dingen, die Neurogenese, nicht mehr so schnell ist, dann hat das damit zu tun, dass Sie nicht genug Übung darin haben. Mit ein wenig Training kommen Sie jedoch schnell wieder rein. Also: Einfach beginn, anstatt sich rauszureden!

Lernen in 10-Minuten-Einheiten

Unser Gehirn lernt nach jeder Aufnahmephase etwa 7 Minuten weiter, auch – oder gerade weil – Sie sich schon längst auf andere Dinge konzentrieren. Sie merken es nicht, aber Ihr Gehirn schenkt Ihnen jeweils 7 Minuten Lernzeit.

Darf man nur 10 Minuten täglich lernen?

Nein! Das bedeutet nicht, dass Sie insgesamt nur 10 Minuten täglich lernen dürfen, denn Sie können auch viele Stunden mit dem Lernen verbringen, wenn Sie wollen. Wenn es Ihnen nichts ausmacht, eher langsam voranzukommen, reicht eine 10-Minuten-Einheit pro Tag. Möchten Sie jedoch schneller Erfolge sehen, können Sie mehrere 10-Minuten-Einheiten pro Tag einlegen. Wichtig dabei ist, dass Sie das Thema und/oder die Aktivität alle 10 Minuten verändern. Nur so profitieren Sie von den Vorteilen der 10-Minuten-Technik.

Beispiele der Intervalltechnik

●      10 Minuten Italienisch lesen, 10 Minuten italienisches Radio hören, 10 Minuten einen italienischen Text de-kodieren (was das bedeutet, erfahren Sie weiter unten), 10 Minuten Musik hören, 10 Minuten schreiben usw.

●      10 Minuten Englisch schreiben, 10 Minuten Garten pflegen, 10 Minuten telefonieren, 10 Minuten Englisch de-kodieren, 10 Minuten Klavierspielen usw.

Außerdem bietet die Intervalltechnik den Vorteil, dass zwischen den Lerneinheiten Umsetzungen versucht werden können (z.B. 10 Minuten lesen, dann selbst sprechen). In der darauffolgenden Einheit können diese Umsetzungen evaluiert, reflektiert und allenfalls reorganisiert werden. So wird Nachhaltigkeit bestmöglich unterstützt.

Beispiel:

10 Minuten De-Kodieren, 10 Minuten laut (Mit)-lesen, 10 Minuten De-Kodieren, 10 Minuten laut (Mit)-lesen etc.

Wie schnell erreiche ich meine Ziele?

Ich hab’ nur noch 4 Wochen bis zum Urlaub – was schaffe ich bis dahin?

Wenn Sie ein bis drei Mal am Tag lernen (in 10-Minuten-Einheiten), erreichen Sie den Reisewortschatz von 300 Wörtern (einmaligen Wörtern) bereits in 5 Wochen. Bei 9 Einheiten am Tag können Sie den Reisewortschatz sogar in nur einer Woche erreichen.

Wie viele 10-Minuten-Einheiten müssen Sie einplanen, um Ihr persönliches Ziel zu erreichen? Die folgende Grafik bietet Ihnen einen Anhaltspunkt:

Brain-Friendly-Grafik-Lerngarantie

Üben Sie täglich 30 Minuten (also 3 Einheiten á 10 Minuten), so erreichen Sie Folgendes:

  • 300 Wörter/A1 in 5 Wochen
  • 600 Wörter/A2 in 10 Wochen
  • 1000 Wörter/B2 in 17 Wochen

Generell gilt: Je mehr 10-Minuten-Lerneinheiten am Tag Sie einlegen, desto schneller kommen Sie voran. Als Intensivkurs, also bei 8-15 Einheiten am Tag können Sie den Grundwortschatz von 600 Wörtern sogar in zwei Wochen erreichen.

Wie genau stimmt diese Berechnung für mich persönlich?

Intelligente Menschen lernen schneller und leichter und erreichen dadurch das Leistungsziel schneller

Stimmt diese These? Nein, denn der Lernerfolg ist von mehr Faktoren abhängig, als allein vom IQ. Motivation, Fleiß, Ausdauer, Disziplin, Ehrgeiz, Selbstvertrauen und gute Lerngelegenheiten sind nur einige von vielen zusätzlichen Faktoren. Intelligente Menschen, die nicht oder falsch lernen, werden mit der Zeit von weniger intelligenten, aber fleißigen, LernerInnen überholt.

Auch die „neuronale Geschwindigkeit“ beeinflusst, wie schnell Sie persönlich vorankommen. Manche Menschen merken sich Dinge schnell (dafür oft nur kurzfristig), und manche langsamer (dafür dauerhaft). „Neuronal Langsame“ müssen öfter wiederholen, um sich etwas zu merken oder etwas zu verstehen. Übrigens: Auch „neuronal Schnelle“ müssen alles Neue mindestens drei Mal wiederholen.

Tipp: Alles, das für Sie Sinn ergibt, lernen Sie schneller. Dasselbe gilt auch für alles, das Sie persönlich interessiert. Wählen Sie deshalb Lernmaterial aus, das für Sie spannend/lustig/interessant/wissenswert ist. Vor allem bei der Birkenbihl-Methode geht das sehr einfach: Lernen Sie mit Texten, die Sie interessieren!

Effektiv lernen: Wiederholen Sie alles mindestens 3 Mal

Je öfter Sie wiederholen, desto besser lernen Sie es. Einfach nachzuvollziehen ist das mit dem Stadt-Land-Fluss-Spiel: Anfangs tun wir uns schwer dabei, die Liste mit einem bestimmten Anfangsbuchstaben auszufüllen. Doch je öfter wir spielen, desto leichter fällt es uns. Das liegt daran, dass die Assoziationen zwischen den „Wörtern“ gestärkt werden. Je häufiger sich ein Erlebnis wiederholt, desto stärker wird die Verbindung zwischen den Neuronen, desto schneller feuern sie und desto schneller gelangt das Erlernte in das Langzeitgedächtnis. Wenn man das beachtet, wird das Sprachenlernen viel einfacher, als es bisher war.

Vergessenskurve - Brain-Friendly

Wartezeiten nutzen: Lernen Sie jederzeit und überall

Nutzen Sie freie Momente zum Lernen – im Bus auf dem Weg zur Arbeit, während Sie auf Freunde warten, beim Zähneputzen oder beim morgendlichen Frühstück. Damit kommen Sie, ohne extra Zeit aufwenden zu müssen, bestimmt auf mehrere 10-Minuten-Einheiten pro Tag.

Noch besser lernen: Nutzen Sie die Kraft des Unterbewusstseins!

Konzentriertes Denken ist für unser Gehirn harte Arbeit. So ist es nicht verwunderlich, dass unser Körper die meisten Prozesse in uns und um uns herum automatisch zu regeln versucht. Es bedenkt und entscheidet Dinge, bevor wir bewusst darüber nachdenken. Diese automatischen Abläufe können wir auch zum Sprachenlernen nutzen und so viel schneller, einfacher und mit mehr Spaß lernen.

Genau darauf basiert die Birkenbihl-Methode.

Englisch lernen mit der Birkenbihl-Methode vs. traditionelles Vokabelpauken

„Vokabelpauken ist einfach und sinnvoll.“ Das halte ich für einen kompletten Blödsinn!

Testen wir diese Hypothese mit einer kleinen Übung: Stellen Sie sich vor, Sie wollen Chinesisch (Mandarin) lernen. Nun stelle ich Ihnen die Aufgabe, diesen Satz ins Chinesische zu übersetzen, ohne weitere Erklärung:

„Sprichst/Kannst du Chinesisch?“

Da ich annehme, dass Sie kein Mandarin beherrschen, erhalten Sie eine Vokabelliste, die Ihnen die Übersetzung erleichtern soll:

DeutschMandarinPinyin/Lautsprache
sprechen/sprichstshuō
können/kannsthuì
du
Chinesisch汉语hànyǔ

Starten Sie nun mit Ihrer Übersetzung. Nicht schummeln! o;

Was kommt bei Ihrer Übersetzung heraus? Vielleicht so etwas, wie „Shuō nĭ hànyǔ“? Na klar! Sie haben das Wissen über Chinesisch mit dem Wissen über Ihre Muttersprache verbunden.

Korrekt wäre jedoch:

De-Kodierung_Chinesisch_Sprichst-du-Chinesisch

Aus diesem einfachen Beispiel erkennen wir bereits, wie unsinnig es ist, einzelne isolierte Vokabeln zu pauken, da man dadurch noch lange keinen korrekten Satz bilden kann.

Deshalb sind die Basis der Birkenbihl-Methode ganze Sätze und eine De-Kodierung. Hierbei wird ein Text (ein oder mehrere Sätze) Wort für Wort übersetzt (de-kodieren = entschlüsseln). Sie lernen die Bedeutung der Wörter kennen und gleichzeitig die Grammatik der fremden Sprache:


Machen wir eine weitere Übung:
Lesen Sie den obenstehenden englischen Satz (wenn Sie Englisch schon gut beherrschen, machen Sie die Übung mit dem chinesischen Satz) und die De-Kodierung einige Male. Nun decken Sie die De-Kodierung ab und versuchen die englischen Wörter selbst zu de-kodieren. Wie viele Wörter haben Sie nach so kurzer Zeit schon selbst richtig übersetzt? Es ist so leicht, dass man meist schon beim ersten Versuch über 90% richtig hat. Mit ein wenig Übung erreichen Sie schnell 100%. Voilà! Sie beherrschen bereits einen ganzen sinnvollen Satz in der Fremdsprache. Ist das nicht toll?

De-Kodierung

Der Gedanke der 1:1-Übersetzung geht auf die automatischen Abläufe in unserem Gehirn zurück. Mit einer direkten Wort-für-Wort Übersetzung einer Fremdsprache in die Muttersprache unterstützen Sie diesen Prozess und helfen Ihrem Gehirn, die Bedeutung und Strukturen der neuen Sprache schneller zu verstehen:

  • Bedeutung und Gebrauch von Wörtern
  • Grammatik
  • Kulturelle Aspekte

Zusätzlicher Boost:
Die jahrelange Erfahrung mit Birkenbihl-Sprachkursen zeigte auf, dass Sie schneller lernen, wenn die Übersetzungen im Zusammenhang des Satzes de-kodiert werden, anstatt ganz strikt. Was wir damit genau meinen, erklären wir am besten anhand eines Beispiels:

De-kodierung_strikt vs brain-friendly

Durch die Anpassung der Endungen, Fälle und Verben erleichtern Sie Ihrem Gehirn das Abstrahieren der Grammatikregeln der Fremdsprache, weil der Vergleich zur Muttersprache einfacher wird.

Zusammenfassung: Tipps für schnelleres Englischlernen:

  • Wer Neues lernen will, sollte es immer mit Vorhandenem verknüpfen: Eine Fremdsprache mit der Muttersprache, ein neues Vokabel mit bereits bekannten Wörtern in einem Satz …
  • Je öfter man neue Information wiederholt, desto leichter wird sie im Gehirn verknüpft und desto besser merkt man sie sich. Wiederholen Sie alles mindestens 3 Mal.
  • Lernzeit in 10-Minuten-Einheiten aufteilen. In zehn Minuten kann sich das Gehirn vollkommen auf die Sprache konzentrieren und nimmt neue Informationen am besten auf. Außerdem lernt Ihr Gehirn nach jeder Lernphase sieben Minuten unterbewusst weiter, während Sie sich schon längst mit etwas anderem beschäftigen.
  • Besseres Sprachenlernen gelingt mit der Birkenbihl-Methode. Diese ist gehirn-gerecht und für nachhaltiges Lernen ausgelegt.

Lust auf Englischlernen mit Spaßfaktor?

Brain-Friendly MOVIE© Sprachkurse haben die De-Kodierübung bereits für Sie erledigt. Sie steigen direkt in das „aktive“ Hören ein:

Film sehen und Fremdsprache hören
+ De-Kodierung mitlesen
= Fremdsprache verstehen


Damit sparen Sie sich wertvolle Zeit und Sie erreichen Ihr Lernziel schneller. Und das Beste: die Texte stammen aus einer lustigen TV-Serie, die zusätzlich zum zweizeiligen Text angezeigt wird. Probieren Sie’s aus!

Movie Film-Sprachkurse von Brain-Friendly

Content Managerin und Bloggerin Katharina Rucker beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Seit 2014 arbeitet sie als selbstständige Online & Performance Marketerin: www.rucker-marketing.at

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