28/02/2015

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Eine Fremdsprache in nur 6 Wochen lernen?

Von Katharina Rucker

28/02/2015


Das Erlernen einer neuen Sprache stellt für viele eine große Herausforderung dar, doch moderne Methoden und Techniken versprechen, diesen Prozess erheblich zu beschleunigen. Der Gedanke, eine Fremdsprache in nur sechs Wochen zu meistern, mag zunächst unwirklich erscheinen, doch mit der richtigen Herangehensweise und einem effektiven Lernplan könnte dieses ehrgeizige Ziel durchaus in greifbare Nähe rücken. In diesem Blog-Beitrag werden wir uns die vielversprechendste Methode anschauen, die das Sprachenlernen revolutioniert und Ihnen helfen kann, in kürzester Zeit bedeutende Fortschritte zu erzielen. Lassen Sie uns gemeinsam entdecken, ob und wie das intensive Erlernen einer Fremdsprache in einem so kurzen Zeitraum möglich ist.

Die 6er-Regel

Kennen Sie die 6er-Regel? Diese Regel rechnet in unique words, also einmaligen Wörtern. Die Regel besagt, dass Sie in nur 6 Wochen 600 unique words erlernen. Das ist mehr als die Anzahl an einmaligen Wörtern, welche die auflagenstärksten Tageszeitungen benutzt.

Das Ziel erreichen Sie, indem Sie täglich 6 mal 10 Minuten aufwenden.

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Ihr 6-Wochen-Lernplan könnte so aussehen: 

Fremdsprache in 6 Wochen

WOCHE 1 bis 6 : VERSTEHEN LERNEN

Durch das Hören der Fremdsprache und Lesen der Wort-für-Wort-Übersetzung (De-Kodierung) lernen Sie die Fremdsprache zu verstehen. Wir nennen das auch Karaoke-Übung. Das ist der Grundsatz der Birkenbihl-Methode und Basis aller Brain-Friendly MOVIE Sprachkurse.

Diese Übung ersetzt langweiliges Vokabeln pauken. Setzen Sie die Übungen in 10-Minuten-Einheiten um. So verdoppeln Sie beinahe die Lerngeschwindigkeit. Arbeiten Sie sich Lektion für Lektion durch und wiederholen Sie die Lektionen so lange bis Sie die Bedeutung der Wörter verstehen. Danach gehen Sie zur nächsten Lektion weiter. In der obigen Tabelle finden Sie unsere Empfehlung wie Sie die Übungen am besten einteilen.

Weitere Details zum VERSTEHEN LERNEN finden Sie hier: Die Birkenbihl-Methode

WOCHE 1 bis 6: SPRECHEN LERNEN durch PASSIV HÖREN

Wenn man einen Text, den man schon kennt und versteht, immer wieder anhört (am besten 24h in einer Endlosschleife, leise im Hintergrund), nennen wir das „Passiv Hören” – also das HINTERGRUND-HÖREN. Spielen Sie die Audioaufnahmen der Lektionen ab, mit denen Sie das VERSTEHEN LERNEN begonnen haben und fügen dann jede weitere Lektion die Sie schon verstehen, hinzu.

Wie bei einem Auslandsaufenthalt werden Sie ständig von der Fremdsprache umgeben. Das Gehirn legt dabei die benötigten Nervenbahnen an, damit Sie den Text danach selbst perfekt sprechen können. Das Unterbewusstsein arbeitet also für Sie – es verarbeitet das bereits Gelernte. Am besten beweisen das Kinder, die ihre Muttersprache von der Umwelt und Umgebung intuitiv aufnehmen.

Das Hintergrund-Hören simuliert den Auslandsaufenthalt. So erlernen Sie das Sprechen der fremden Sprache perfekt und ohne Zeitaufwand.

Das heißt also: Wenn Sie den Text Ihres Hörbuches schon verstehen, lernen Sie durch das „Passiv Hören” das Sprechen. Die besten Ergebnisse erzielen Sie, wenn Sie Tag und Nacht Passiv Hören. Die Lautstärke sollten Sie dabei so einstellen, dass Sie sich ungestört auf andere Dinge des Alltags konzentrieren können. Sie lernen unbewusst, während Sie arbeiten, kochen, Auto fahren, fernsehen, Radiohören oder gar die Zeitung lesen.

WOCHE 2 bis 6: DIE DE-KODIERUNG – eine Wort-für-Wort Übersetzung:

Die Brain-Friendly-Übungen sind auf einen zweizeiligen Text aufgebaut. Oben die Fremdsprache – unten die Wort-für-Wort Übersetzung in die Muttersprache. Sie können selbst jeden Text de-kodieren und so zum Beispiel versäumten Unterricht nachholen oder Fachvokabular erlernen.

Die De-Kodierung liefert zwei wichtige Vorteile:

  1. Vertikal (von oben nach unten) erlernen Sie die Bedeutung der Wörter. Das ersetzt stupides Vokabeln pauken und Sie lernen die Sprache ganzheitlich und intuitiv!
  2. Horizontal (von links nach rechts) erlernen Sie den Aufbau der Sprache, also die Grammatik. Und das ganz automatisch – ohne Regeln zu lernen! Durch die Stütze der Übersetzungen eröffnen Sie Ihrem Gehirn die „Sicht“ auf die Regeln der Fremdsprache.
Videoausschnitt aus dem Movie Sprachkurs von Brain-Friendly

Üben Sie dann das De-Kodieren, wenn Sie sich bestimmte Passagen ganz und gar nicht merken, oder nutzen Sie die Übungsformulare (Ausdrucke die bei jedem Brain-Friendly-Sprachkurs mitgeliefert werden) um den ganzen Inhalt einer Lektion zu De-Kodieren. De-Kodieren ist eine Option die manche Menschen extrem schnell voranbringt, andere kommen mit den Karaoke Übungen rascher voran. Sie müssen nicht unbedingt De-Kodieren!

Unser Tipp: Auch Lieder eignen sich besonders gut zum De-Kodieren! Einfach die Lyrics im Internet heraussuchen und loslegen. So können Sie auch in fremde Sprachen hineinschnuppern, bevor Sie mit dem tatsächlichen Lernen beginnen.

Wie funktioniert die De-Kodierung?

Übersetzen Sie also einen zweizeiligen Text Wort-für-Wort in die Muttersprache. Achten Sie darauf, dass der Sinn des Satzes trotzdem gut erkennbar ist – übersetzen Sie also im Zusammenhang des Satzes. Dabei werden auch Fallangleichungen und Konjunktionen etc.  übersetzt. Zu Beginn ist das ein wenig ungewohnt, öffnet aber die Sicht auf die Sprache und die Kultur dahinter.

Sehr bald wirkt es wie das Lösen von Rätseln und beginnt mehr und mehr Spaß zu machen. Und die Bedeutung der Wörter erlernen Sie ganz nebenbei. Das ist vor allem in einer Lern-Gruppe sehr lustig und ähnelt einem Stadt-Land-Fluss Spiel. So können Sie SchülerInnen und Erwachsene mit Spaß und Freude zur Fremdsprache bringen.

De-kodierung Fremdsprache in 6 Wochen

Sehr gut für solche De-Kodierungen eignen sich Lieder oder Ausschnitte aus Tageszeitungen. In 10 Minuten schaffen Sie als AnfängerIn etwa zwei Sätze zu de-kodieren.
Erarbeiten Sie Ihre Fachvokabeln mit De-Kodier-Übungen von Fachbüchern oder Fachmagazinen.

WOCHE 3-6: ZUSÄTZLICH CHORSPRECHEN

Chorsprechen ist eine der Übungen die Abweichungen der eigenen Aussprache durch Imitation des Vorsprechers, automatisch korrigiert und Sie dadurch in den „Einklang“ zum Sprecher führt (Sie kennen das von den Religionen). Dabei prüft das Unterbewusstsein die eigene Sprache und die Vorgesprochene und gleicht Unterschiede selbstständig aus. Wenn eine perfekte Aussprache Ihr Hauptziel ist, dann sollten Sie diese Übung öfters durchführen.

Unser Tipp: Machen Sie das zusätzlich zu den 6 x 10 Minuten täglich. Sollten Sie die zusätzliche Zeit nicht finden, ersetzen Sie eine De-Kodier-Übung oder eine Karaoke-Übung mit einer CHORSPRECHEN-Übung.

Für die Übung benötigen Sie eine Audioaufnahme eines fremdsprachigen Textes, den Sie schon kennen und verstehen (z.B. durch das De-Kodieren) und PASSIV gehört haben. Wie der Name schon sagt, sprechen Sie beim Chorsprechen „im Chor“ – Sie und der Sprecher der Aufnahme.

Mit den Brain-Friendly Sprachkursen können Sie das Chorsprechen mit dem Karaoke-Player sehr gut umsetzen. Dabei starten Sie das Video und lesen den Text laut mit. Stellen Sie zu Beginn die Lautstärke des Sprechers so ein, dass Sie etwa gleich laut ist, wie Sie selbst sprechen. Diese Übung machen Sie so lange, bis Sie merken, dass Sie sicherer werden. Nach einigen Wiederholungen stellen Sie die Lautstärke des Computers zurück. Mit der Zeit werden Sie den Sprecher nicht mehr brauchen, weil Ihre Aussprache perfekt ist.

WOCHE 2-6 (nach Bedarf): KAWAs

Ergänzen Sie VERSTEHEN-Übungen mit KAWAs. Durch diese Übung trainieren Sie das Schreiben der Sprache und vernetzen Neues mit schon Gelerntem.

KAWAs sind kreative Wortassoziationen die in vielen Lebensbereichen eingesetzt werden. Beim Sprachenlernen empfehlen wir KAWAs von Wörtern anzulegen deren Bedeutung Sie sich ganz und gar nicht merken, oder Wörter die eine Mehrfachbedeutung haben.

Schreiben Sie ein Wort groß auf ein Blatt Papier. Sehen Sie sich nun das Wort an – finden Sie zu den Buchstaben des Wortes Assoziationen. Schreiben Sie das auf, was Ihnen zuerst einfällt. Dabei können Sie mehrere Wörter pro Buchstaben aufschreiben, oder auch Lücken lassen. Machen Sie das für 90 Sekunden pro Wort.

Mit der Kraft des Visuellen fällt Ihnen das Lernen leichter. Außerdem „hängen“ wir Assoziationen in unserem Gehirn mit dem Anfangsbuchstaben auf, wodurch uns das „In-Erinnerung-Rufen“ leichter fällt. Vorhandene Informationen können so zusammengefasst und wiederholt werden.

Übrigens: KAWAs eignen sich auch ganz besonders für den Aufbau von Vorträgen oder der Strukturierung von Inhalten.

WOCHE 1-6: AKTIVITÄTEN!

Die Lernfortschritte sind enorm schnell! Nutzen Sie jede Möglichkeit um Ihr bereits aufgebautes Wissen zu verbessern. Hören Sie Radio in der fremden Sprache, achten Sie auf den Text bei Musikstücken, und wenn Sie auf einen Nativ-Speaker treffen, versuchen Sie ein Gespräch aufzubauen. Sie werden erstaunt sein wie viel Sie bereits verstehen und auch selbst sprechen können!

Zum Abschluss noch zwei Tipps für Sie:

  1. Bleiben Sie dran! Das Gehirn kennt kein Wochenende! Use it or lose it heißt hier die Devise. Auch wenn einige Tage vollgepackt sind mit anderen Dingen – mindestens 10 Minuten täglich trainieren! Damit zeigen Sie Ihrem Gehirn, dass Sie dran bleiben!
  2. Jede Lektion mindestens 3 mal wiederholen! Denn wir verlieren ca. 40% des Gelernten bzw. Gehörten bereits nach 20 Minuten wieder.

Sind Sie nun neugierig geworden und möchten die effektive und gehirnfreundliche Methode des Sprachenlernens selbst erleben? Wir laden Sie herzlich ein, unsere Sprachkurse völlig unverbindlich zu entdecken. Profitieren Sie von einer 7-tägigen kostenlosen Testphase, ohne jegliche Bindung – nach Ablauf der Woche endet der Zugang automatisch. Wählen Sie aus einer Vielzahl von Sprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Kroatisch und Chinesisch und beginnen Sie noch heute Ihre Reise zu neuen sprachlichen Ufern. Lassen Sie diese Chance nicht ungenutzt und melden Sie sich jetzt für einen unserer Kurse an!

Beitrag aktualisiert von Laura Bacher am 02.04.2024.

Katharina Rucker

Über die Autorin / den Autor

Katharina Rucker ist Content Managerin und Bloggerin und beschäftigt sich seit 2011 intensiv mit der Birkenbihl-Methode sowie den Kreativtechniken und Denktools von Vera F. Birkenbihl. Ihre Begeisterung für Bildung und Sprachen wurde wohl durch das Lehrer-Elternhaus geprägt und später durch ein internationales Studium und Auslandsaufenthalte verstärkt. Die Birkenbihl-Methode begeisterte sie sofort – auf eine lockere Art und Weise Sprachenlernen, ganz anders, als im Unterricht. Diese Methode sollte jeder kennen.

Weitere Artikel

  • Von den KAWAs hab ich schon mal gehört und war begeistert. Bin sehr froh, dass ich sie über diesen Artikel wieder entdeckt habe. In Zukunft möchte ich sie öfter verwenden. Wer euch dann berichten, inwiefern es mich weitergebracht hat.

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